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Bildanalytisches Denken
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So ein Vortrag (sehen wir ihn von der Tasse her) lebt
vielmehr davon, sich gleichsam duftend vor uns hinzustellen. Er enthält etwas, was im
wesentlichen noch unübersetzt ist in die Begrifflichkeit jedes einzelnen Zuhörers - und
was fürs erste auch noch so bleiben darf - obwohl natürlich am Ende eindeutig die
Auflösung steht ins individuelle Verstehen hinein oder in ein Nützlichmachen für die
eine oder andere davon abweichende Sache. So ein Vortrag wirkt nach. Und die Auflösung
des interessierenden Stoffes, also die Umwandlung in etwas Eigenes, kann auch erst viel
später stattfinden.
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Für diejenigen, die es vielleicht noch immer nicht
glauben, daß wir mit dem zufällig gewählten Beispiel der Tasse tatsächlich ein
UNIVERSALES Gleichnis gefunden haben, werden wir dasselbe Gleichnis nun darauf befragen,
ob es uns nicht auch etwas über das Seelische im ALLGEMEINEN sagen kann:
Sehen wir also, ob wir nicht sogar eine "ganze
Psychologie" von der Tasse her entwickeln können. Natürlich kann das hier nur ganz
kurz angerissen werden. Gönnen wir uns aber vorher erst noch ein Stückchen gemeinsames
Erleben [eingespielt wird Samba de Janeiro]. Das ist der Sommerhit dieses Jahres
"Samba de Janeiro".
Was wir gehört haben, wenn wir es von seiner Wirkung her
beschreiben, können wir einen Ohrwurm nennen. Wir meinen damit einen Wurm, der jetzt
natürlich nicht wirklich in unsere Ohren kriecht, vielmehr verstehen wir das Ganze in
einem übertragenen Sinn. Und das ist logisch konsequent so. Andererseits spüren wir aber
auch, daß da noch ein bißchen mehr ist als nur das, was die Analogie zu beschreiben
vermag: Ein bißchen meinen wir doch auch tatsächlich, daß dieses Lied uns in die Ohren
geht und eine Art Wurmrealität besitzt. Beides - also dieses Verstehen im nur
übertragenen Sinne und das Ernstnehmen des Darüberhinausgehenden - geht aber logisch
nicht zusammen.
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