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Bildanalytisches Denken
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Und vorwegnehmend sei schon an dieser Stelle gesagt, daß
nach dem Gleichnis der Tasse genau DAS ein besonderes Kennzeichen des PSYCHISCHEN ist:
Die Tasse
macht uns aufmerksam auf eine paradoxe Realität: Und das will sagen: Im Psychischen geht
es weder um etwas Irrationales noch um etwas voll Verstehbares (also auch nicht um etwas,
was sich irgendwann einmal in einer Reihe von Analogien etwa auflösen ließe).
Natürlich hätten wir uns diesen Charakterzug des
Seelischen auch schon an den anderen Bildern klar machen können, am Beispiel des
"verlorengehenden roten Fadens" etwa oder auch am Bilde des
"Sich-gleich-an-die-Gurgel-gehens". Der Ohrwurm ist nur ein weiteres Beispiel
hierfür.
Ich will das aber an dieser Stelle mit Hilfe der Tasse noch
etwas deutlicher machen. Blicken wir hierzu noch einmal zurück. Da gibt es den Übergang
von der Kanne weg in den Körper eines Trinkenden hinein - und wichtig dabei ist dieser
kleine raumschaffende Aufschub.
Übersetzt heißt das: Psychisches hat mit einem
"Stoff" (Stoff im Sinne von etwas Ganzheitlichem und Durchgängigem) zu tun, der
im Begriff ist, in etwas anderes überzugehen und auf dem Wege dahin in eine bestimmte,
ihn gleichsam aufhaltende Fassung gerät. Das was ihn dabei "aufhält" ist die
Doppelnatur des Seelischen, das weder Klar-ins-Logische- noch ins Mystisch-magische-
Hineinpassen der Geschehnisse. Diese paradoxe Natur ist es, welche die Verfassung des
Seelischen auszeichnet.
Seelisches tritt uns also immer als etwas Paradoxes entgegen.
Kurz: Wenn wir z.B. das eben gehörte Lied einen Ohrwurm sein
lassen, obwohl wir ja wissen, daß es
sich nicht um einen wirklichen Wurm und um ein reales "im Ohr sitzen" dabei
handeln kann - oder andersherum: wenn wir uns an die handfesten Analogien halten und das
eben genannte "Mehr" trotzdem ausdrücklich MITGELTEN lassen - dann haben wir es
mit dem Seelischen zu tun.
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